Am Mittwoch, 19. August 2026, ist auf dem Zürcher Lindenhof die Hirsebreifahrt 2026 gestartet. Rund 80 Wasserfahrerinnen und Wasserfahrer in historischen Zunftgewändern brachen zur fünftägigen, rund 235 Kilometer langen Fahrt über Limmat, Aare und Rhein nach Strassburg auf – begleitet vom gesamten Zürcher Stadtrat, von Vertreterinnen und Vertretern der Zünfte sowie von zahlreichem Publikum.
Die Wurzeln der Hirsebreifahrt reichen bis ins Jahr 1456 zurück, als Zürcher Zünfter mit einem Topf Hirsebrei nach Strassburg ruderten, um ihre Bündnistreue unter Beweis zu stellen. Fast 600 Jahre später steht die Fahrt vor allem für die enge Freundschaft zwischen Zürich und Strassburg – und für die zahlreichen Städte und Gemeinden entlang der Strecke, welche die Delegation unterwegs empfangen.
Bereits am Vormittag herrschte auf dem Lindenhof Festbetrieb: Die Stadtmusik spielte auf, an den Ständen wurde elsässischer Wein ausgeschenkt, und die verschiedenen Vereine, welche die Fahrt gemeinsam organisieren, präsentierten sich in ihren jeweiligen Kostümen. Um 11 Uhr erfolgte die offizielle Begrüssung samt Hirsebrei-Ausgabe, bevor die Boote gegen Mittag beim Limmat-Club Zürich zur ersten Etappe in Richtung Baden ablegten.
Für viele Teilnehmende ist es die erste und einzige Fahrt in ihrem Leben, findet die Hirsebreifahrt doch nur alle zehn Jahre statt. Wer einen der begehrten Plätze an Bord ergattert, spricht von einem Privileg – entsprechend gross ist bei vielen die Vorfreude, verbunden mit dem Wissen, dass die kommenden Tage auch körperlich fordernd werden.
Für den traditionellen Hirsebrei stand ein Zürcher Confiserie-Team bereits seit den frühen Morgenstunden am Herd. Grundlage bildeten historische Rezeptbücher; verfeinert wurde die Mischung mit Mandeln, Rosinen und Honig – so nah wie möglich am Original aus dem 15. Jahrhundert.
Ganz ohne Hürden kommt die diesjährige Ausgabe nicht aus: Der tiefe Pegelstand von Limmat und Aare zwingt die Organisatoren dazu, einzelne Streckenabschnitte statt mit dem Boot per Bus zurückzulegen. Nach dreijähriger Vorbereitungszeit zeigte sich das Organisationskomitee dennoch zuversichtlich, dass sich die verbleibenden offenen Punkte unterwegs lösen lassen.
Von Zürich führt die Fahrt über Dietikon und Wettingen nach Baden, weiter über Laufenburg und Rheinfelden nach Basel und Breisach, bevor am Wochenende der Zielort Strassburg erreicht wird. Unterwegs werden die Wasserfahrerinnen und Wasserfahrer von Behörden, Zünften und der Bevölkerung der jeweiligen Städte empfangen – ein Ausdruck der langen, grenzüberschreitenden Verbundenheit, die diese Fahrt seit Generationen trägt.