Warum Schweizer Mieter sitzenbleiben – und weshalb sich das sogar für Nachmieter lohnt.
Wer lange in derselben Wohnung bleibt, zahlt deutlich weniger als bei einer Neuvermietung. Diese Differenz zwischen Bestandes- und Angebotsmiete nennt die Zürcher Kantonalbank (ZKB) den «Verweilbonus».
Bestandsmieterinnen und -mieter zahlen im Schnitt 21 % weniger, als eine vergleichbare Wohnung angeboten wird. Vor drei Jahren waren es 14 %.
In der Stadt Zürich liegt die Angebotsmiete durchschnittlich rund ein Drittel über dem Bestand. In Genf im Schnitt 58 %.
Der gestiegene Verweilbonus setzt Anreize, trotz veränderter Lebenssituation zu bleiben – ein Umzug bedeutet den Verlust der preislich kaum schlagbaren vier Wände.
Der Verweilbonus verschwindet beim Mieterwechsel nicht vollständig: über zwei Drittel werden an die neuen Mietenden weitergegeben.
Günstige Angebote finden sich selten auf Plattformen, sondern über persönliche Netzwerke. Der Inseratemarkt zeigt nicht den ganzen Mietmarkt.
In Zürich erleben Hochhäuser ein bemerkenswertes Revival. Was einst als preisgünstiges Notprogramm begann, gilt heute als Symbol gehobener, verdichteter Stadtentwicklung.
Ab durchschnittlich sieben Stockwerken sind neue Hochhäuser eher Premium-Wohnform – weniger, dafür grössere Räume, eher für Singles und Doppelverdiener.
Ersatzneubauten bieten auf der Parzelle 63 % mehr Personen Wohnraum – stehen aber im Spannungsfeld mit dem Mieterschutz. Nach Leerkündigungen steigt der Flächenverbrauch pro Kopf.
Trotz leichter Abkühlung erwartet das Immobilien Research der ZKB weiterhin steigende Eigenheimpreise im Kanton Zürich.