Blickpunkte & Treffpunkte · 10 Smalltalk-Tipps · In 2 Minuten im Bild, in 5 im Detail
Guy Parmelin tritt aus dem Bundesrat zurück, die Schweiz hat über Neutralität und Ernährung entschieden, und das ZFF geht heute zu Ende.
Bundespräsident Guy Parmelin verlässt den Bundesrat per Ende Jahr – die grosse Nachricht der Woche. Dazu: die Schlussresultate der Abstimmung vom 27. September liegen vor, das Zurich Film Festival hat seine Hauptpreise vergeben, und die Nati gewinnt auch gegen Slowenien.
Blickpunkte
Politik & Wirtschaft
Bundesrat
Guy Parmelin tritt per Ende Jahr aus dem Bundesrat zurück
Bundespräsident Guy Parmelin (SVP, 66) hat am Freitag an einer kurzfristig einberufenen Medienkonferenz in Bern seinen Rücktritt auf Ende Dezember 2026 bekanntgegeben – nach elf Jahren im Amt und unmittelbar nach seinem zweiten Präsidialjahr. Gesundheitliche Gründe seien nicht ausschlaggebend gewesen, betonte er: «Ich habe meine gesamte Situation beurteilt.» Es brauche nun neue, jüngere Kräfte.
«Fragen Sie, wer da eigentlich zurücktritt – Bundespräsident Guy Parmelin, nach elf Jahren und völlig überraschend kurzfristig angekündigt.»
Quelle: SRF / NZZ / 20 Minuten, 2. Oktober 2026
Bundesrat
Elf Jahre VBS und Wirtschaftsdepartement, ein Weingut als Zukunft
Parmelin leitete zunächst das Verteidigungsdepartement (VBS), ab 2019 das Wirtschaftsdepartement (WBF). Zu den prägenden Momenten seiner Amtszeit zählte er den Corona-Lockdown; sein letztes Amtsjahr ist vom Zollstreit mit den USA und dem EU-Vertragspaket geprägt. Zur Nachfolge äusserte er sich nicht – der Sitz bleibt bei der SVP. Künftig zieht es ihn zurück auf sein Weingut in Bursins am Genfersee.
«Fragen Sie, wohin es Parmelin nach der Politik zieht – zurück aufs eigene Weingut am Genfersee.»
Quelle: 20 Minuten / Bauernzeitung, 2. Oktober 2026
Abstimmung
Schlussresultat: Neutralitätsinitiative scheitert deutlich
Die Schlussresultate vom 27. September liegen vor: Die Neutralitätsinitiative von Christoph Blocher und der SVP wurde mit 70,2 Prozent Nein-Stimmen verworfen – kein einziger Kanton stimmte zu. Aussenminister Ignazio Cassis betonte danach, das Nein sei «kein Votum gegen die Neutralität»: Die Schweiz sei gestern neutral gewesen, sei es heute und werde es bleiben.
«Fragen Sie, wie deutlich die Neutralitätsinitiative scheiterte – mit 70,2 Prozent Nein und ohne ein einziges zustimmendes Kantonsresultat.»
Quelle: SRF / Bundesamt für Statistik, 27. September 2026
Abstimmung
Auch die Ernährungsinitiative scheitert wuchtig
Die Ernährungsinitiative wurde mit 72,5 Prozent Nein noch deutlicher abgelehnt. Landesweit stimmten nur drei Gemeinden zu: Schelten im Berner Jura sowie Verzasca und Campo im Tessin. Initiantin Franziska Herren zeigte sich trotz der Niederlage nicht enttäuscht. Die Stimmbeteiligung lag bei 47 Prozent – im langjährigen Mittel, aber unterdurchschnittlich für dieses Jahr.
«Fragen Sie, wie viele Gemeinden schweizweit Ja zur Ernährungsinitiative sagten – es waren gerade einmal drei.»
Quelle: SRF / Tages-Anzeiger, 27. September 2026
Kanton Zürich
Zürich sagt deutlich Ja zur Ausweitung der Sterbehilfe
Im Kanton Zürich wurde die kantonale Vorlage zur Sterbehilfe mit 68,1 Prozent Ja angenommen. Künftig müssen sämtliche Alters- und Pflegeheime, Spitäler und Reha-Kliniken im Kanton assistierten Suizid in ihren Räumlichkeiten dulden – bisher galt die Pflicht nur für Einrichtungen mit Gemeindeauftrag. Gesundheitsdirektorin Natalie Rickli (SVP) zeigte sich vom Ergebnis nicht überrascht.
«Fragen Sie, was der Kanton Zürich am 27. September zusätzlich entschieden hat – ein deutliches Ja zur Ausweitung der Sterbehilfe.»
Quelle: SRF / Tages-Anzeiger, 27. September 2026
Ausblick
Der nächste Urnengang steht schon fest
Am 29. November stimmt die Schweiz erneut ab – unter anderem über eine Zusatzfinanzierung der AHV über eine Mehrwertsteuererhöhung. Der Ständerat hat zudem beschlossen, das neue EU-Vertragspaket (Bilaterale III) bei einer künftigen Abstimmung dem doppelten Mehr zu unterstellen.
«Fragen Sie, wann als Nächstes abgestimmt wird – bereits am 29. November steht der nächste Urnengang an.»
Quelle: swissinfo.ch, Oktober 2026
Treffpunkte
Freizeit & Kultur
Film
ZFF-Hauptpreise gehen nach Frankreich und in die USA
An der Award Night im Opernhaus wurden am Samstagabend die Hauptpreise des 22. Zurich Film Festival vergeben: Das Goldene Auge im Spielfilm-Wettbewerb geht an den französischen Beitrag «Flesh & Fuel» (Regie: Pierre le Gall), im Dokumentarfilm-Wettbewerb an «Bucks Harbor» des US-Amerikaners Pete Muller. Den Publikumspreis holte «Mila/Marija» von Andrina Mracnikar. Heute, am letzten Festivaltag, zeigt das ZFF die Gewinnerfilme nochmals öffentlich.
«Fragen Sie, welche Filme dieses Jahr die Goldenen Augen gewannen – einer kommt aus Frankreich, einer aus den USA.»
Quelle: ZFF / Watson / Bluewin, 3. Oktober 2026
Fussball
Die Nati gewinnt auch gegen Slowenien – 2:1
Vor ausverkauftem Haus in Luzern geriet die Schweiz früh in Rückstand: Zan Vipotnik traf bereits in der 2. Minute für Slowenien. Ein Eigentor von Erik Janza glich in der 10. Minute aus, Dan Ndoye erzielte in der 38. Minute den Siegtreffer. Es ist der dritte Sieg im dritten Nations-League-Spiel – die Schweiz führt die Gruppe B1 nun mit fünf Punkten Vorsprung auf Slowenien und Schottland an. Am Dienstag folgt das letzte Spiel dieser Runde gegen Nordmazedonien.
«Fragen Sie nach dem Nati-Spiel von gestern Abend – die Schweiz gewann auch gegen Slowenien, 2:1, und führt die Gruppe souverän an.»
Quelle: SRF / Blick / Bluewin, 3. Oktober 2026
Fussball
Lugano bleibt makellos – Pause bis Mitte Oktober
Mit einem 4:0-Kantersieg bei Lausanne-Sport – Hannes Delcroix traf dreifach – baute Leader FC Lugano seine Tabellenführung weiter aus: 25 Punkte aus 9 Spielen, eine Tordifferenz von plus 20. Wegen der Länderspielpause ruht die Super League bis zum 10./11. Oktober; dann empfängt Lugano Luzern.
«Fragen Sie, wie souverän Lugano gerade unterwegs ist – 25 Punkte aus 9 Spielen und eine Tordifferenz von plus 20.»
Quelle: Blick / Swiss Football League, 20. September 2026
Wetter
Der Herbst beginnt mit einer Kaltfront
Nach einem spätsommerlichen Wochenende mit bis zu 30 Grad auf der Alpennordseite brachte eine Kaltfront aus Frankreich am Donnerstag Regen und eine leichte Abkühlung – im Jura bis zu 20 Liter pro Quadratmeter. An der grundsätzlichen Trockenheit des Spätsommers änderte das aber kaum etwas.
«Fragen Sie, warum es diese Woche plötzlich geregnet hat – eine Kaltfront aus Frankreich beendete die 30-Grad-Tage.»
Quelle: Blick, 29. September 2026
Die grossen Linien
Ein Umbruch in Bern, ein Schlussstrich an der Urne
Diese Woche markiert gleich zwei Abschlüsse: An der Urne hat die Schweiz ihre Haltung zu Neutralität und Ernährungspolitik klar bekräftigt – Pragmatismus vor Prinzip, mit deutlichen Mehrheiten gegen beide Initiativen. Und im Bundesrat selbst endet eine Ära: Mit Guy Parmelins Rücktritt verliert die Landesregierung einen ihrer erfahrensten Köpfe mitten in laufenden Dossiers wie dem EU-Vertragspaket und dem US-Zollstreit.
Beide Ereignisse erzählen von einem Land, das lieber an Bewährtem festhält, als radikale Kurswechsel zu wagen – ob an der Urne oder bei der Frage, wer künftig am Kabinettstisch sitzt. Die Nachfolgediskussion um Parmelins Sitz dürfte die Wintersession prägen.
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Glossar A–Z
Die fünf Begriffe der Woche – kurz erklärt.
Bundespräsidium. Das einjährige, rotierende Vorsitzamt im Bundesrat ohne zusätzliche Machtbefugnisse – 2026 bekleidete es Guy Parmelin zum zweiten Mal.
Golden Icon Award. Die höchste Ehrenauszeichnung des Zurich Film Festival für ein internationales Lebenswerk – 2026 ging sie an Julianne Moore.
Nations League. Europäischer Nationalmannschafts-Wettbewerb der UEFA; die Schweiz spielt aktuell in Liga B um den Wiederaufstieg.
Ruhegehalt. Die Pension für zurücktretende Bundesratsmitglieder – sie entspricht der Hälfte des letzten Jahreslohns.
Ständemehr. Bei Verfassungsänderungen nötige Mehrheit der Kantone, zusätzlich zur Mehrheit der Stimmenden (Volksmehr).
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