Sonntagsausgabe
Blickpunkte & Treffpunkte · 10 Smalltalk-Tipps · In 2 Minuten im Bild, in 5 im Detail

Die SVP sucht ihre Bundesratskandidaten, die UBS prüft einen Wegzug und Lugano feiert im Europacup.

Ein Jahr vor den Nationalratswahlen liegt die SVP laut SRG-Wahlbarometer bei 29,9 Prozent. Dazu: Die vier Vorlagen vom 29. November nehmen Form an, die UBS prüft laut einem Bericht Alternativen zum Standort Schweiz, Hall und Woodford erhalten den Wirtschaftsnobelpreis, und die ZSC Lions gewinnen auch ihr zwölftes Spiel.

Blickpunkte

Politik & Wirtschaft

Bundesrat

Parmelin-Nachfolge: Die Kandidatenfrage klärt sich langsam

Die Suche der SVP nach einem Nachfolger oder einer Nachfolgerin für Guy Parmelin nimmt Konturen an. Offiziell kandidiert hat bisher die Genfer Nationalrätin Céline Amaudruz. Die SVP Schwyz will Regierungsrat André Rüegsegger vorschlagen; eine Zusage lag Anfang Oktober noch nicht vor. Christoph Blocher bezeichnete Nationalrat Pascal Schmid am 9. Oktober als stärksten Kandidaten. Der Waadtländer Nationalrat Yvan Pahud hat am 16. Oktober auf eine Kandidatur verzichtet.

Der Fahrplan: Bis am 23. Oktober melden die Kantonalsektionen ihre Kandidaturen der Findungskommission unter der Leitung von Caspar Baader. Die Fraktion entscheidet am 20. November über das Ticket und will laut Fraktionspräsident Thomas Aeschi mindestens zwei Personen vorschlagen; die Bundesversammlung wählt am 9. Dezember.

«Fragen Sie, bis wann die SVP-Kantonalsektionen ihre Kandidaturen melden müssen – bis zum 23. Oktober.»

Quelle: 20 Minuten / nau.ch / SRF / swissinfo, 6.–16. Oktober 2026

Abstimmung

Vier Vorlagen am 29. November: Die SVP fasst ihre Parolen

Am 29. November stimmt die Schweiz über vier Vorlagen ab: die Zusatzfinanzierung der AHV durch eine höhere Mehrwertsteuer, die Feuerwerksinitiative, die Initiative «Ja zu fairen Bundessteuern auch für Ehepaare» und die Lockerung des Kriegsmaterialgesetzes. Die SVP-Delegierten haben am 17. Oktober in Bulle FR die Nein-Parole zur Mehrwertsteuer-Erhöhung für die 13. AHV-Rente mit 290 zu 3 Stimmen gefasst, die Ja-Parole zur Ehepaar-Initiative mit 274 zu 9 und die Ja-Parole zur Lockerung des Kriegsmaterialgesetzes mit 271 zu 16. Zur Feuerwerksinitiative empfiehlt der Zentralvorstand ein Nein.

Beim Kriegsmaterialgesetz hatten die Räte im Dezember 2025 die Exportregeln gelockert: Der Nationalrat stimmte mit 122 zu 68 Stimmen bei 6 Enthaltungen zu, der Ständerat mit 31 zu 11 bei 1 Enthaltung. Der Export bleibt verboten, wenn das Bestimmungsland in einen bewaffneten Konflikt verwickelt ist; neu sind 36 Staaten von dieser Regel ausgenommen. Gegen die Lockerung hat ein Komitee aus SP, Grünen und EVP das Referendum ergriffen.

«Fragen Sie, worüber die Schweiz am 29. November abstimmt – vier Vorlagen, darunter die Mehrwertsteuer für die 13. AHV-Rente.»

Quelle: SRF / Bundeskanzlei (admin.ch), 12.–17. Oktober 2026

Parteien

SRG-Wahlbarometer: Die Pole gewinnen, die Mitte verliert

Ein Jahr vor den nationalen Wahlen 2027 liegt die SVP laut dem SRG-Wahlbarometer (gfs.bern) bei 29,9 Prozent, 2 Punkte mehr als 2023. Die SP kommt auf 19,3 Prozent (plus 1), die Grünen auf 10,3 (plus 0,5), die GLP auf 7,1. Verlierer sind die FDP mit 13,3 Prozent (minus 1) und die Mitte mit 12,6 Prozent (minus 1,5); für die FDP wäre es gemäss watson das schlechteste nationale Wahlresultat überhaupt.

Nur 27 Prozent der Befragten finden die politische Position des Bundesrats gerade richtig – der tiefste Wert seit 2019. Die grössten Sorgen sind die Krankenkassenprämien (39 Prozent) und der Klimawandel (36 Prozent).

«Fragen Sie, wie stark die SVP ein Jahr vor den Wahlen ist – laut SRG-Wahlbarometer bei knapp 30 Prozent.»

Quelle: SRF / watson, 16. Oktober 2026

Banken

UBS prüft laut Bericht einen Wegzug aus der Schweiz

Die UBS prüft laut einem Bericht des «Wall Street Journal» vom 14. Oktober Alternativen zum Standort Schweiz, falls die Kapitalregeln für systemrelevante Banken weiter verschärft werden. Genannt werden drei Szenarien: die Übernahme eines US-Finanzinstituts mit Verlegung des Hauptsitzes in die USA, eine Fusion mit einem europäischen Konkurrenten oder der Verkauf an eine US-Bank. Entschieden ist nichts.

Hintergrund ist die «Lex UBS»: Beteiligungen des Stammhauses an ausländischen Tochtergesellschaften sollen stärker mit hartem Kernkapital (CET1) unterlegt werden. Heute gelten 45 Prozent, der Bundesrat verlangt 100 Prozent. Der Ständerat hat am 23. September 90 Prozent beschlossen; der Nationalrat entscheidet frühestens im Dezember. Die UBS beziffert den zusätzlichen Bedarf an hartem Kernkapital auf rund 16 Milliarden US-Dollar. Konzernchef Sergio Ermotti hält einen Verbleib in der Schweiz für sinnvoll; Verwaltungsratspräsident Colm Kelleher hat einen Wegzug nicht ausgeschlossen.

«Fragen Sie, was der Ständerat bei der ‹Lex UBS› beschlossen hat – 90 Prozent hartes Kernkapital für ausländische Töchter, der Bundesrat wollte 100.»

Quelle: SRF / 20 Minuten / watson, 23. September und 15. Oktober 2026

Wirtschaft

Wirtschaftsnobelpreis geht an Robert Hall und Michael Woodford

Der Preis für Wirtschaftswissenschaften geht an die US-Ökonomen Robert E. Hall (Stanford University) und Michael Woodford (Columbia University). Die Schwedische Akademie der Wissenschaften würdigte am 12. Oktober ihre Arbeiten zur Stabilisierung von Konjunkturschwankungen – eine Grundlage für Modelle, die Notenbanken und Regierungen weltweit nutzen. Damit sind alle sechs Preise des Jahres vergeben; überreicht werden sie am 10. Dezember.

Streng genommen ist der Wirtschaftspreis kein Nobelpreis im ursprünglichen Sinn: Die schwedische Reichsbank stiftete ihn 1968 zum Gedenken an Alfred Nobel.

«Fragen Sie, wer den Wirtschaftsnobelpreis erhielt – Robert Hall und Michael Woodford, für ihre Forschung zur Konjunkturstabilisierung.»

Quelle: NBER / Al Jazeera / SCMP / trend.at, 12. Oktober 2026

Treffpunkte

Freizeit & Kultur

Fussball

Lugano dreht gegen Roter Stern Belgrad und siegt 3:2

Der FC Lugano hat den Auftakt in die Ligaphase der Conference League am Donnerstag, 15. Oktober, mit einem 3:2 gegen Roter Stern Belgrad gewonnen – vor 7898 Zuschauern im eigenen Stadion. Albian Ajeti brachte Lugano in der 25. Minute in Führung, Belgrad drehte bis zur 67. Minute auf 2:1. Dereck Moncada (84.) glich aus, Anto Grgic traf in der 90. Minute per Foulpenalty zum Sieg.

In der Super League führt Lugano mit 28 Punkten aus zehn Spielen und ist in dieser Saison weiterhin ungeschlagen. Weiter geht es mit der 11. Runde; Basel empfängt am 25. Oktober die Grasshoppers.

«Fragen Sie, wie Lugano in Europa gestartet ist – 3:2 gegen Roter Stern, das Siegtor fiel in der 90. Minute.»

Quelle: watson / Tages-Anzeiger / sportschau.de, 15. Oktober 2026

Fussball

Thun verliert den Europacup-Auftakt in Enschede 0:1

Der FC Thun hat sein erstes Spiel der Ligaphase der Conference League beim FC Twente mit 0:1 verloren. Ramiz Zerrouki erzielte das Tor. Thuns Patrik Kristal sah nach rund einer Stunde wegen eines späten Einsteigens die Rote Karte, bestätigt nach Prüfung durch den Videoschiedsrichter. In der Super League liegt Thun nach dem 2:4 in Zürich mit 10 Punkten auf Rang 9.

«Fragen Sie, wie Thun in Europa gestartet ist – 0:1 in Enschede, die zweite Hälfte mit einem Mann weniger.»

Quelle: Flashscore / blue News, 15. Oktober 2026

Eishockey

ZSC Lions gewinnen auch in Davos – zwölf Siege aus zwölf Spielen

Die ZSC Lions haben am Samstag, 17. Oktober, beim HC Davos 5:1 gewonnen und damit auch ihr zwölftes Saisonspiel der National League. Die Tore erzielten Knak (15.), Andrighetto (17.), Strömwall (43.), Riedi (47.) und Gruber kurz vor Schluss; für Davos traf Zadina (53.). Mit 33 Punkten führen die Zürcher die Tabelle an. Am Dienstag, 20. Oktober, treffen die beiden Teams in Zürich erneut aufeinander. Am Freitag hatten die Lions die SCRJ Lakers 6:3 besiegt. (Stand: 17. Oktober)

«Fragen Sie, wie viele Spiele die ZSC Lions gewonnen haben – alle zwölf (Stand 17. Oktober).»

Quelle: nau.ch / Blick / watson, 16.–17. Oktober 2026

Kultur

Christoph Marthaler wird 75

Der Theatermusiker und Regisseur Christoph Marthaler feierte am Samstag, 17. Oktober, seinen 75. Geburtstag. Seit mehr als 30 Jahren inszeniert er skurrile Musiktheaterprojekte, unter anderem in Basel, Bayreuth, Salzburg und Berlin.

«Fragen Sie, wer am 17. Oktober 75 wurde – der Regisseur und Theatermusiker Christoph Marthaler.»

Quelle: swissinfo / Keystone-SDA, 17. Oktober 2026

Alltag

Nächsten Sonntag endet die Sommerzeit – so früh wie möglich

In der Nacht auf Sonntag, 25. Oktober 2026, werden die Uhren um 3 Uhr auf 2 Uhr zurückgestellt; damit endet die Sommerzeit. In der Schweiz geschieht das stets am letzten Sonntag im Oktober. 2026 ist das der 25., der frühestmögliche Termin. Zuletzt fiel die Umstellung 2020 auf dieses Datum.

«Fragen Sie, wann die Uhr umgestellt wird – in der Nacht auf den 25. Oktober, so früh wie nur möglich.»

Quelle: Südostschweiz, Oktober 2026

Die grossen Linien

Ein Jahr vor den Wahlen: Wer führt, wer zahlt?

Mehrere Meldungen dieser Woche hängen zusammen: Die SVP liegt laut Wahlbarometer bei knapp 30 Prozent und sucht gleichzeitig eine Nachfolge für Guy Parmelin. Am 29. November entscheiden die Stimmberechtigten, ob die 13. AHV-Rente über eine höhere Mehrwertsteuer finanziert wird. Nur 27 Prozent finden die Position des Bundesrats gerade richtig – der tiefste Wert seit 2019.

Auch die Wirtschaftspolitik steht unter Druck: Die UBS hält die geplanten Kapitalregeln für unverhältnismässig, und ihr Verwaltungsratspräsident hat einen Wegzug nicht ausgeschlossen. Wahlen, Abstimmungen und Bankenregulierung beantworten damit dieselbe Frage: wie viel Sicherheit sich die Schweiz leisten will.

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Stephan Camenzind, Gründer FactQ

Glossar A–Z

Die fünf Begriffe der Woche – kurz erklärt.

Findungskommission. Ein Gremium der Partei, das Kandidaturen für einen Bundesratssitz prüft, die Bewerberinnen und Bewerber anhört und der Fraktion einen Antrag stellt.
Hartes Kernkapital (CET1). Das qualitativ beste Eigenkapital einer Bank, vor allem Aktienkapital und einbehaltene Gewinne; es fängt Verluste als Erstes auf.
Kriegsmaterialgesetz. Das Bundesgesetz regelt Herstellung, Handel und Ausfuhr von Waffen und Munition; für Exporte ist eine Bewilligung nötig.
Lex UBS. Umgangssprachlich für die geplanten Verschärfungen der Kapitalvorschriften für die systemrelevante Grossbank UBS.
Wahlbarometer. Eine regelmässige Umfrage, im Auftrag der SRG von gfs.bern durchgeführt, die die Parteistärken vor nationalen Wahlen abschätzt.
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